Aber bitte besonnen!

Ja, die Urlaubszeit ist die schönste Zeit des Jahres! Sonne, Strand, Meer und vor allem Leichtigkeit – haben wir uns verdient.
Ein bisschen Besonnenheit schadet allerdings nicht –nicht zuletzt, damit uns das Urlaubsparadies erhalten bleibt.

Deshalb hier 5 Dinge, die ihr in eurem Urlaub tun könnt (und natürlich auch zu Hause), um die Umwelt zu unterstützen:

 

Duftend und schön ohne Microplastik

Tausende Tonnen Plastik werden jedes Jahr ins Meer gekippt und schaden damit Umwelt und Tieren enorm. Was vielen immer noch nicht bewusst ist: auch in Kosmetikartikeln befindet sich Plastik. Vor allem in wasserfesten Sonnencremes sind eine Menge Micoplastikpartikel enthalten, welche die Creme auf der Haut halten sollen. Ganz bleibt sie das aber nicht. Die Partikel, die sich lösen landen im Wasser und zerstören das Ökosystem im Meer. Das Gefährliche daran ist, dass die Teilchen im Gegensatz zu herkömmlichen Plastik Müll so klein sind, dass sie von den Lebewesen bei der Nahrungsaufnahme mit geschluckt werden.

Da unsere Kläranlagen leider keine Filter für solch kleine Teilchen haben, gelangen die Microplastikpartikel anderer Kosmetikartikel nicht nur beim baden, sondern auch über unser Abwassersystem ins Meer bzw. auch in unser Grund- und Trinkwasser. Pflanzen und Tiere werden demnach überall mit dem Plastik vergiftet und sterben oft an den Folgen. Dadurch sind natürlich auch wir selbst in Gefahr. Nicht nur, dass die Verwendung auf der Haut vermutlich schädlich ist, nehmen wir Micro und Nanoplastik über die Tiere, die wir essen und über das Wasser, das wir Trinken wieder in unseren Körper auf. Zwar insistieren einige Industrien immer noch beharrlich darauf, dass eine Schädigung wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen ist, allerdings sollte einem der gesunde Menschenverstand sagen, dass chemische Plastiksubstanzen in unserem Körper alles andere als gesund sind.

Hier ein paar links, die dieses prekäre Thema gut erklären:

Multimedia Slides ArteTV

Greenpeace Forschungsbericht

Es lohnt sich also ein – zwei Euro mehr auszugeben und ein klein wenig Zeit in die Recherche zu investieren. Ein Blogpost mit konkreten Tipps für Produkte folgt von mir in Kürze!

Ansonsten über den Bikini auch einfach öfter mal ein leichtes, durchsichtiges T-Shirt oder eine Tunika anziehen – geht auch im Wasser. Da freut sich nicht nur das Meer, sondern auch die Haut. Denn man wird trotzdem braun, bekommt aber nicht so schnell Falten 🙂

 

Beach Body statt Beach Bottle!

Dieser Punkt sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber offensichtlich ist er es für viele immer noch nicht. Strände und Naturparks sind keine Müllkippen und nach einem romantischen Picknick ist es kein Beinbruch, seinen Müll wieder einzupacken. Je besser man beim Einkauf darauf achtet, was man an Verpackung mitnimmt, desto weniger muss man am Ende auch entsorgen.

Im Ausland sind vor allem Wasser in Plastikflaschen weit verbreitet. Aber auch hier kann gegengesteuert werden. Zum Beispiel könnt ihr euch einmalig einen großen Kanister kaufen und das Wasser dann in Mehrwegflaschen (am besten schon von zu Hause mitbringen) umfüllen, anstatt immer wieder neue Kleine zu kaufen und hinterher wegzuschmeißen. Das erfordert zwar ein bisschen mehr Planung, spart aber Ressourcen und auch euer Geld. Denn die Kanister sind wesentlich billiger.

Zusätzlich ist zu bedenken, dass in vielen außereuropäischen Ländern das Thema Umweltschutz und Recycling leider kein Großes ist. Der Müll bleibt also unter Umständen Jahre dort, wo man ihn hat liegen lassen oder wird einfach ins Meer gekippt. Wer seine Urlaubsmüdigkeit und sein Erholungsbedürfnis als Ausrede anbringt denkt am besten immer daran: der Weg zum Mülleimer ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den Beach-Body. Da kann man ruhig ein paar mal mehr hin und her laufen und sich bestauenen lassen 😉

 

Wasser marsch!??

In den meisten Badedestinationen ist es vor allem eins – nämlich heiß. Die Sonne scheint ununterbrochen und das ist genau das, was wir uns für die durchschnittlichen 2 Wochen Urlaub im Jahr wünschen. Sonne satt! Woran wir dabei oft nicht denken ist die Tatsache, dass Hitze auch weniger Wasser bedeutet. Wir sind zwar nach 2 Wochen wieder weg, die Menschen und Tiere vor Ort allerdings müssen mit der Wasserknappheit dauerhaft auskommen. Sich eine halbe Stunde die Haare waschen, die Handtücher im Hotel jeden Tag wechseln lassen oder das Geschirr einzeln unter ständig fließendem Wasser abwaschen sind Dinge, die sich einfach vermeiden lassen, wenn man daran denkt. Dass man sogar in der Wüste comfortable mit Wasser umgehen kann könnt ihr in meinem Blogpost “Arbeiten auf einer Eco-Ranch – Permaculture” nachlesen.

Golfspielen auf Plätzen in trockenen Ländern wie z.B. Marokko, für die literweise wertvolles Wasser verschwendet wird, ist deshalb auch nicht unbedingt eine gute Idee. Dafür gibt es bessere Ziele und vor Ort genügend anderes zu erleben. Achtet also ein bisschen darauf, was sich mit den Gegebenheiten des Landes verträgt.

 

Mein Ferienhaus, meine Verantwortung…

Generell ist es gut, wenn man sich bereits bei der Vorbereitung und Buchung der Reise ein bisschen Gedanken darüber macht, was für ein Urlaubsziel und was für eine Unterkunft man dort wählt. Vielleicht muss es ja nicht jedes Jahr ans andere Ende der Welt gehen – auch in unseren Gefilden gibt es mehr zu entdecken als man denkt. Immerhin hat Mallorca laut National Geographic zwei der schönsten Stränder der Welt.

Kleine Eco Loges, die auf Nachhaltigkeit achten, oder gar private Unterkünfte wie Pensionen oder Zimmer über AirBnB sind meist nicht nur günstiger, sondern auch ökologischer als große Hotelburgen. Und zusätzlich bekommt man von den Einheimischen meist noch eine Menge Insider Tipps zum Urlaubsort.

 

“Show a little respect”

Apropos einheimisch – logisch, wenn man verreist möchte man die Pflanzen- und Tierwelt des “exotischen” Ortes kennenlernen. Das ist auch kein Problem, solange man sie in ihrem Lebensraum nicht stört. Tiere mit gewissem Abstand in freier Wildbahn zu beobachten ist deshalb meist besser, als Angebote mit zugesichertem Tierkontakt zu buchen oder gar in ein Delphinarium oder Tierpark zu gehen. Auch wenn die Betreiber immer wieder versichern, dass es den Tieren dort gut geht – das tut es nicht! Delphine und Wahle beispielsweise müssen in viel zu kleinen Becken in Gefangenschaft leben und werden mit Antibiotikern und Psychopharmaka behandelt, damit sie unter diesen Bedingungen überhaupt überleben. Also bitte nicht den eigenen Egoismus über das Wohl der Tiere stellen, für die ist das nämlich eine Qual.

Bei Tourenanbietern tendenziell eher kleinere, lokale Anbietern suchen, und darauf achten, dass sowohl Tiere als auch Natur respektiert werden. Anstatt mit einem Motorboot kann man beispielsweise auch über eine Schnorcheltour mit dem Kajak nachdenken oder anstatt mit Quads mit Bikes durch die Hinterlandschaft fahren. Oft hat man dadurch sogar die schöneren und intensiveren Erlebnisse.

Mit ein bisschen Bewusstsein gibt es auf jeden Fall viele Möglichkeiten, Erholung, Urlaubsspaß und Umweltschutz zu verbinden, ohne gleich in Stress zu geraten oder auf Comfort und Erlebnis zu verzichten. Und wie wir ja wissen, kleine Schritte sind besser als keine. Insofern, ab in den Süden!

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