Arbeiten kann so richtig Spaß machen! Vor allem wenn es bedeutet mit Pferden durch endlos staubige Weiten zu reiten. Cowboyfeeling Olé!

 

Reiten in der Wüste Baja Californias

 

Irgendetwas Feuchtes ist an meiner Nase. Ich räckel mich, werde langsam wach und blinzle mit den Augen. Die orangenen Sonnenstrahlen fallen mir ins Gesicht und noch bevor ich richtig sehen kann schleckt mir eine Zunge über das Gesicht. Meloud, einer der sechs Hunde hat sich erfolgreich in meinen Schlaftrailer geschlichen. Freudig wedelt er mit dem Schwanz und scheucht mich mit seinem Bellen ungeduldig aus dem Bett. Ich kann es ihm nicht verübeln – ich bin auch aufgeregt. Heute reite ich das erste Mal mit den anderen zusammen aus. March stattet mich noch mit einem mexikanischen Hut aus – für das echte Cowboyfeeling, aber vor allem gegen die Sonne.

 

Hitze und Kakteenmeer

Kakteen im Sonnenuntergang © Nina Fabienne Scholz
Kakteen im Sonnenaufgang © Nina Fabienne Scholz

Die brennt nämlich immer stärker während wir durch die einsame, staubige Landschaft reiten. Wir schlängeln uns durch unzählige Kakteen, passieren Gebeine toter Rinder und sehen sogar einen Roadrunner. Jean erklärt mir beim Vorbeireiten die Namen der wichtigsten Kakteen, die sich in der endlos weiten und flachen Landschaft erstrecken. Alle könnte ich mir sowieso nicht merken, denn es wachsen ungefähr 120 verschiedene Arten hier. Die Hälfte davon ist einzigartig auf dieser Erde, einer davon der mächtige Cardón-Kaktus, das Symbol Baja Californias. Ich bin beeindruckt, als er mir erzählt, dass er bis zu 20 Meter hoch und 500 Jahre alt werden kann. In seinen Armen speichert er Tonnen an Wasser, die er an den wenigen Regentagen im Jahr für die langen Trockenperioden sammelt.Ich wünschte ich könnte das auch, denn ich habe das Gefühl ich kann gar nicht so schnell trinken wie es hier wieder verdampft. Mein Mund ist ständig trocken, ganz zu schweigen von meiner Haut. Wenn man sich hier verirrt, hat man keine hohe Überlebenschance. Ein schlichtes Holzkreuz, das wir passieren erinnert daran. Ich bekomme leichtes Gänsehautfeeling. Nach ein paar Stunden erreichen wir dann unseren Rastplatz – eine kleine Oase umgeben von Palmen und ein kleines Wunder wie ich finde. Es tut gut im Schatten zu sitzen, die Beine zu lockern und den vielen Vögeln zuzuhören, die sich um den Teich tummeln.

 

 

Eine echte “Ranchera”

Oase Baja California ©Nina Fabienne Scholz
Oase Baja California ©Nina Fabienne Scholz
Blogartikel über Ausreiten in Baja California. © Nina Fabienne Scholz
Cardón-Kaktus Baja California © Nina Fabienne Scholz

Nach der Burritopause winkt Alajandro mich dann zu sich und zieht ein kleines Gewehr aus der Satteltasche. „Ein echter Cowboy muss auch schießen könne“. Ähhm, naja, es ist ja nur ein Luftgewehr und wir schießen auch nur auf Felsen. Lustiges Freizeitprogramm also, nur dass ich mir hier am Ende keinen überdimensionalen Teddy mitnehmen kann. Schade eigentlich, ich war nämlich ziemlich gut. Alajandro ist auf jeden Fall sehr zu Frieden mit mir. Jetzt kann ich schießen, Ziegen melken, Tiere versorgen und Gemüse anbauen. Kochen ja ohnehin und ganz hübsch wäre ich ja auch. Eine perfekte „Ranchera“ also. Wenn ich will kann ich ihn heiraten und auf seiner Ranch wohnen. Ich muss lauthals lachen – diese Mexikaner…

 

 

 

Im Galopp zum Freiheitsgefühl

Ausritt durch die Wüste in Baja California © Nina Fabienne Scholz
Ausritt durch die Wüste in Baja California © Nina Fabienne Scho

Langsam reiten wir über Hügel und Sanddünen zurück. Die Hitze und die Stille der Wüste lassen mich innerlich immer ruhiger werden. Das Reiten wird fast schon zu einem meditativen Zustand. Es ist wunderschön, fast ein bisschen unwirklich. Bis wir schließlich die letzten Meter über weite Steppe zurück zum Strand galoppieren. Meine Haare wehen und ich spüre den leichten Wind des Ozeans auf meiner erhitzten Haut. Für einen Moment fühle ich mich unendlich frei. Nach dem Versorgen der Pferde bin ich froh, dass ich mich im Meer abkühlen kann. Welcher Cowboy kann das schon?

 

 

 

 

 

 

Reiten am Strand von Baja California © Nina Fabienne Scholz
Reiten am Strand von Baja California © Nina Fabienne Scholz

Eigentlich wollte ich am Abend noch ein bisschen etwas für die website tun, die ich für die Ranch gestalten will, aber ich bin von dem Tag so unglaublich müde, dass ich es nur noch schaffe etwas zu Essen, bevor ich erschöpft ins Bett falle. Heute werde ich ganz sicher gut schlafen – Skorpione und Spinnen hin oder her.

 

 

 

 

 

 

 

Aber ich habe zusammen mit Jean ein Horseriding Video für zukünftige Interessenten gedreht 🙂

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