Für viele ein Traum: einmal mit wilden Delphinen schwimmen. In Baja California ist dieser Traum in Erfüllung gegangen.

 

Begegnung mit wilden Delphinen

 

Heute am Morgen quäle ich mich das erste Mal aus dem Bett. Es ist noch halb dunkel und eiskalt. Ich will vor Sonnenaufgang aufstehen, um ein paar Timelapses und schöne Bilder für die Website der Ranch zu machen. (Video)

Ich war erfolgreich und setze mich nach dem Frühstück in die Palappa, um das Template zu bearbeiten und die Bilder hochzuladen. Das Internet hier ist unglaublich langsam und alles dauert eine gefühlte Ewigkeit. Aber gut, was will man erwarten am Ende der Welt. Zwischen den Uploads und Backups bemale ich also stoisch ein paar Muscheln und Steine für ein Babymobile aus Meeresutensilien. March hat nämlich verraten, dass sie im 3 Monat schwanger ist. Wow, einen großen Spielplatz vor der Haustür hat das Kleine zumindest schon mal.

Hängematte am Meer
Hängematte am Meer ©Nina Fabienne Scholz

Danach bin ich faul. Ich lege mich in der Hängematte vor dem Trailer und lese ein Buch. Dazu Schoko Cockies und Kaffee, herrlich. Jean und March sind zum Einkaufen in die Stadt gefahren und so ist es noch stiller als sonst. Nur ein leichter Wind gibt ein paar Töne von sich und ich genieße das Nichts tun. Ab und zu schaue ich auf und genieße den Blick auf das stahlblaue Meer. Am morgen schon habe ich mehrere Delphingruppen ausgemacht, die man immer wieder von hier oben sehen kann. Heute sind es besonders viele. Ich liebe diese Tiere, mit ihnen zu schwimmen war schon immer ein Traum für mich. In Aquarium will ich allerdings auf keinen Fall gehen. Vor ein paar Tagen habe ich versucht, ihnen mit einem der Kajaks hier näher zu kommen – vergeblich. Ich träume also noch ein bisschen und versinke dann wieder in meinem Buch.

 

 

 

Delphine ©Nina Fabienne Scholz
Delphine ©Nina Fabienne Scholz

Als ich das nächste Mal aufsehe bin ich ganz aus dem Häuschen. Eine kleine Gruppe Delphine spielt nur ein paar Meter vom Ufer entfernt. Ausgelassen springen sie immer wieder aus dem Wasser. Das ist meine Chance, ich muss dahin. Ich springe auf, stürme runter zum Strand und springe ins Wasser. Dummerweise sind gerade heute hunderte von blauen Quallen unterwegs. Aber egal, so schnell wie möglich durchschlängeln und zu den Delphinen. Die Aussicht ihnen vielleicht gleich ganz nah zu sein lässt mich das leichte Brennen auf der Haut vergessen. Mit aller Kraft schwimme ich raus und schaue immer wieder nach ihnen. Ich bin schon auf ungefähr zehn Metern an ihnen dran, sehe sie immer wieder vor mir aus dem Wasser springen. Schnell schwimme ich weiter. Aber sie schwimmen leider schneller und schließlich sind sie weg. Ziemlich aus der Puste und ein bisschen traurig suche ich das Meer ab. Schade, aber es war trotzdem ein tolles Erlebnis sie in freie Wildbahn so nah zu sehen. Ich tauche kurz unter um mich zu entspannen.

Und plötzlich höre ich es – dieses Knacken im Wasser. Kurz darauf das unverkennbare Fiepen eines Delphines. Und dann sehe ich sie, direkt vor mir. Es sind zwei oder drei, die mich kurz neugierig umkreisen. Einer berührt mich sogar mit seiner Flosse. Mein Herz hüpft. Ein Gefühl von tiefem Glück durchströmt mich. Ungelenk versuche ich mich umzudrehen, um sie besser zu sehen. Aber da sind sie auch schon wieder weg, genauso schnell, wie sie gekommen sind.

Glücksgefühle

Das Ganze hat vielleicht nur ein paar Sekunden gedauert, aber es waren einige der schönsten in meinem Leben. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen und tauche noch ein paar Mal unter. Dann drehe ich um und schwimme langsam zurück. Erst jetzt realisiere ich, wie weit ich eigentlich rausgeschwommen bin. Und dass mir Meloud gefolgt ist. Er paddelt einige Meter vor mir und bellt mich an, als ich auf ihn zu steuere. Er scheint sich Sorgen um mich gemacht zu haben. Langsam mache ich mir das auch ein bisschen. Die Strömung ist verdammt stark und ich bin schon ziemlich schlapp vom langen Schwimmen. Aber die Nähe von Meloud beruhigt mich und irgendwann komm ich doch wieder am Strand an. Da wird Meloud erst mal ganz doll und lang geknuddelt. Ich bin mega erschöpft aber unendlich glücklich. Ich sitze bestimmt noch fast eine Stunde so da – mit dem Hund im Arm, den Blick aufs Meer und der wunderschönen Erinnerung im Herzen.

Video von meiner Begegnung mit Delphinen und Walhaien im nächsten Blogpost!

 

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