Walhaie, Seehunde und einsame Strände – auf der Isla Espiritu Santo, einer der schönsten Inseln Mexikos, fühlt man sich wie Robinson Crusoe


Unglaublichen Unterwasserwelt der Sea of Cortez

 

Beeindruckende Riesen

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Walhai Sea of Cortez ©Nina Fabienne Scholz
Walhai ©Nina Fabienne Scholz

onzentriert lässt der mexikanische Fischer seinen Blick über das Wasser schweifen. Das kleine Boot schaukelt leicht in den Wellen und die Sonne gewinnt langsam an Kraft. Wir sind bereits früh rausgefahren, denn das ist die beste Zeit. Ich bin aufgeregt. Plötzlich durchbricht Juan, ein einheimischer Fischer die Stille und zeigt mit dem Finger ca. 50 Meter vor uns auf einen Schatten im Wasser – „da, sagt er, da ist einer“. Langsam dreht er das Boot in die Richtung und fährt vorsichtig ein paar Meter darauf zu. Dann stoppt er. „Jetzt müsst ihr schwimmen, näher darf ich nicht heranfahren“. So schnell ich kann schwimme ich in die vorgegebene Richtung. Das Wasser ist eisig, ich höre meinen Atem, um mich herum nur blau.

Und plötzlich ist er neben mir – der Walhai. Für einen kurzen Moment bin ich so überrascht, dass ich aufhöre zu schwimmen. Das riesige Tier zieht majestätisch knapp eine Armlänge an mir vorbei. Ich fange mich wieder und schwimme eine Zeit lang im Abstand von ein paar Metern neben ihm her. Zu stören scheine ich ihn nicht. Ich bin so erstaunt und gerührt von der Anmut dieses großen, ruhigen Fisches. Am liebsten würde ich Stunden so dahinschwimmen. Aber obwohl seine Bewegungen unglaublich langsam aussehen, ist er doch wahnsinnig schnell. Meine Kraft lässt nach und er lässt mich beeindruckt zurück. Wieder auf dem Boot empfängt mich Juan mit einem breiten Lächeln. „Na, habe ich zu viel versprochen?“ Hat er nicht.

 

 

Blog Isla Espiritu Santo Baja California
Isla Espiritu Santo ©Nina Fabienne Scholz

Sea of Cortez

Mit Juan bin ich auf dem Weg zur „Isla Espiritu Santo“, die Insel der Seehunde, die ungefähr eine Bootsstunde vor der Stadt La Paz liegt. Jean hat mich früh am Morgen zu ihm gebracht, damit ich auch noch die Chance habe, Walhaie zu sehen. Wer nicht dieses Glück hat kann aber auch eine Tour buchen, z.B. bei Eco Baja Tours, einem der kleineren Anbieter in La Paz. Denn die schmale Meeresenge, die zwischen der Halbinsel und dem mexikanischen Festland liegt, die „Sea of Cortez“ oder auch „Golf von Mexiko“ ist eines der artenreichsten Gebiete auf unserem Planeten. Besonders größere Fische und Säugetiere sind hier unterwegs, wie die Walhaie. Ein bisschen weiter nördlich um Rosarito kann man zwischen Dezember und April sogar Buckelwale aus nächster Nähe bewundern, die hier zum gebären hinkommen. Zumindest ein bisschen haben die Bemühungen der Umweltschutzorganisationen geholfen. Im nördlichsten Teil wurden 1993 ein Schutzgebiet für die nur hier beheimateten Schweinswale eingerichtet. Diese Zeit habe ich leider verpasst, aber das ist etwas, worauf ich mich beim nächsten Besuch freuen kann. Jetzt geht’s aber erst mal zu den Seehunden.

 

Verspielte Seehunde auf der Isla Espiritu Santo

Seehunde Baja California
Seehunde Baja California

Das Gebrüll der Tiere empfängt uns, als wir uns mit dem Boot den einsamen, weißen Stränden nähern. Nur ein paar vereinzelte Segelschiffe liegen in den Buchten, ansonsten ist hier niemand. Es ist wirklich ein Traum. Die Seehunde lassen sich von den Felsen in das Wasser plumpsen und schwimmen eine Runde mit uns. Wie sie versuche ich spielerisch durch das türkisfarbene Wasser zu tauchen. Am Strand angekommen liege ich faul in der Sonne und freue mich, dass nur so wenige Touristen hier sind. Außer mir ist nur noch ein Pärchen aus Ecuador hier und das ist nicht weniger begeistert. Hier kann man sich wirklich wie Robinson Crusoe fühlen und am liebsten würde ich für mehrere Tage hierbleiben. Gegen Abend fahren wir aber doch wieder zurück. Nach der langen Fahrt sind meine Haare ganz vom Wind zerzaust und ich sehe zumindest ein bisschen aus wie Robinson.

 

 

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